Das Unternehmen Weserübung, unser Skandinavienfeldzug

Jemand, der es darauf anlegt, in allen Dingen moralisch gut zu handeln, muß unter einem Haufen, der sich daran nicht kehrt, zu Grunde gehen. Daher muß ein Fürst, der sich behaupten will, sich auch darauf verstehen, nach Gelegenheit schlecht zu handeln, und dies tun oder lassen, so wie es die Notwendigkeit erfordert.“

Lesen wir im Buch vom Fürsten und so verwundert es nicht, daß unsere Regierung 1940 mit dem Unternehmen Weserübung lieber Norwegen selbst besetzt hat, als tatenlos zuzusehen wie die Engländer dies tun. Man denke hier an Persien, welches sich 1941 kampflos von den Engländern und Russen hat besetzen lassen. Der Verlierer ist nach dem Krieg ohnehin immer böse und seine Eisenzufuhr zu sichern, ist ein Weg sicherzustellen, daß man nicht zu den Verlierern gehört. Zwei Monate dauerte der Kampf, bis die Engländer und Gallier ihre Truppen wieder abzogen und die Norweger die Waffen streckten. Als die englischen Vorbereitungen zur Besetzung Norwegens immer deutlich zu erkennen waren, ließ auch der Autobahnbauer unser Unternehmen Weserübung anlaufen – wie uns unser Großadmiral Raeder berichtet:

„Während bisher die Norwegenfrage bei uns noch nicht überall in ihrer Bedeutung und in ihrer akuten Gefahr erkannt worden war, trat nunmehr das Problem einer präventiven militärischen Besetzung Norwegens stärker in den Vordergrund. Am 21. Februar 1940 wurde General der Infanterie von Falkenhorst mit der Vorbereitung einer Operation gegen Norwegen beauftragt, die den inzwischen fertiggestellten Operationsplan des Sonderstabes als Grundlage benutzen sollte und den Namen Weserübung erhielt. Kurz nach dem Altmark“-Überfall habe ich am 23. Februar 1940 Hitler noch einmal in einem Vortrag meinen Standpunkt dargelegt, daß die Neutralität Norwegens in jedem Falle die günstigste Lösung für uns sein würde. Eine Besetzung durch England wäre für uns allerdings untragbar. Sie könne von uns nicht wieder rückgängig gemacht werden, würde einen erheblichen Druck auf Schweden ausüben, alle Zufuhren von Erz unterbinden und unter Umständen den Krieg auf Schweden und die Ostsee ausdehnen. Am 1. März 1940 billigte Hitler grundsätzlich den Plan Weserübung“, wonach die Wehrmachtteile die nötigen Befehle für ihren Bereich aufstellen sollten. Es war in den Anweisungen weder ein endgültiger Entschluß zu dem Unternehmen ausgesprochen, noch ein Termin genannt. Die Ausführung sollte vielmehr von der Lage in Skandinavien abhängig gemacht werden. Am 12. März 1940 fand der russisch-finnische Winterkrieg durch den Friedensschluß in Moskau sein Ende. Damit verloren die Westmächte zunächst den Anlaß, in Skandinavien zu landen; Norwegen und Schweden lehnten die alliierte Forderung auf Durchmarsch nach Finnland ab. Aber schon bald trafen bestimmte Meldungen aus Norwegen ein, die erneut von englischen Absichten auf Norwegen sprachen. Bereits am 3. März hatte Hitler auf Grund alarmierender Nachrichten eine Beschleunigung der Vorbereitungen für die Operation „Weserübungbefohlen. Die Übergriffe von britischen Streitkräften in norwegischen Hoheitsgewässern traten vermehrt auf. Aus entzifferten englischen Funksprüchen ging hervor, daß ein alliiertes Unternehmen im Anlaufen war, das offenbar eine Landung in Norwegen zum Ziele hatte. In Zeiten derartiger Spannungen und in einer so labilen Lage ist es natürlich, daß die Ansichten bei den verschiedenen Beteiligten häufig wechseln. Bei nüchterner Überlegung ergab sich aber aus den Entwicklungen, Nachrichten und Ereignissen immer erneut folgendes Bild: Nach wie vor war das Weiterbestehen der norwegischen Neutralität und des augenblicklichen Zustandes für uns dringend erwünscht. Irgendein Mittel, die norwegische Regierung zur Sicherung ihrer Neutralität anzuhalten oder gar zu zwingen, besaßen wir allerdings nicht. Wir konnten weder einen politischen noch einen wirtschaftlichen oder gar militärischen Druck auf Norwegen in dieser Richtung ausüben und waren damit auf den guter Willen der norwegischen Regierung angewiesen. Leider hatte ihr Verhalten in der letzten Zeit, vor allem beim Altmark“-Fall, bewiesen, daß sie bei englischen Eingriffen in ihre Neutralität nicht über den notwendigen Widerstandswillen verfügte und nicht beabsichtigte, dabei von ihren militärischen Machtmitteln Gebrauch zu machen. Es wäre also eine Illusion gewesen, darauf zu vertrauen, daß Norwegen sich zu wirkungsvolleren Maßnahmen als zu höflichen und unverbindlichen Protesten zum Schutz seiner Neutralität gegenüber den Alliierten entschließen könnte und würde. Für die Engländer mußte es außerordentlich störend und unerwünscht sein, daß der für Deutschlands Kriegführung so wichtige Erztransport von Narvik sich unmittelbar vor den Augen ihrer Flotte und Luftwaffe abspielte, ohne daß sie eine völkerrechtliche oder sonstige Handhabe hatten, um dagegen einzuschreiten. Auf die Dauer konnte das für sie kein erträglicher Zustand sein. Mit Sicherheit standen sie über kurz oder lang vor der Notwendigkeit, die sehr wesentliche Lücke in der Absperrung Deutschlands zu schließen. Der Gedanke, hierbei auf dem Wege einer militärischen Besetzung Norwegens vorzugehen, war für England mehr als naheliegend. Sie würde zwar offiziell gegen den Willen und sicherlich auch unter dem Protest Norwegens erfolgen. Aber bei der Einstellung der norwegischen Regierung und der Sympathie weiter Bevölkerungskreise für England war keinesfalls eine stärkere Gegenwirkung als Proteste zu erwarten; militärischer Widerstand würde unterbleiben. Ein Vorgehen gegen Norwegen war daher für England und die Alliierten nicht mit einem nennenswerten militärischen Risiko verbunden. Es bot ihnen als leicht zu erringenden Erfolg die Aussicht, von neuen Stützpunkten aus den Druck auf die deutsche Kriegführung entscheidend zu verstärken. Eine solche Wirkung mußte den Alliierten besonders dringlich erscheinen, da. sie im Frühjahr mit dem Beginn einer deutschen Westoffensive rechnen mußten. Für eine etwaige vorsorgliche Abwehraktion von unserer Seite war darum Eile geboten…“

Werbeanzeigen

Die Schlacht von Sollum

Der Jahrestag des Sieges über die Engländer bei Sollum. Schon von den bloßen Zahlen her ist dieser Sieg unseres Wüstenfuchs Rommels beeindruckend: Mit 13,000 Mann schlug er 25,000 Engländer und schoß dabei 220 Panzer ab. Noch beeindruckender wird dieser Sieg aber, wenn man bedenkt, daß unser Rommel hier vielfach die nichtverkrafteten und ungenügend bewaffneten italienischen Truppen geführt hat. Diese mußten sehr behutsam und geschickt eingesetzt werden. Da diese nicht den schnellen Bewegungen der Panzerverbände und motorisierten Truppen folgen konnten, liefen sie ständig Gefahr von den überlegenen englischen Kräften abgeschnitten und aufgerieben zu werden. In seinem Panzerbuch „Krieg ohne Haß“ braust unser Rommel munter weiter durch die Cyrenaica:

„Bei meiner Rückfahrt nach Agedabia begegnete ich einem deutschen Wagen, der anscheinend von britischen Offizieren besetzt war. Wir hielten uns nicht länger auf und rechneten, daß sie schon von der Aufklärungsabteilung III abgefangen werden. Tatsächlich war dies auch der Fall. Es stellte sich heraus, daß die Tommys einen deutschen Fahrer nordwestlich Agedabia überfallen und sich seines Wagens bemächtigt hatten, um zu ihrer Truppe zu gelangen. In Anbetracht dieses Bravourstückchens hätte man es ihnen gegönnt, daß sie entkommen wären. Bei meiner Rückkehr traf ich auf meinen Gefechtsstand den italienischen Befehlshaber, General Gariboldi an, der über den Verlauf der bisherigen Kampfhandlungen wenig erfreut war und mir heftige Vorwürfe machte. Er betonte, daß diese Operationen im Widerspruch zu den Weisungen aus Rom stünden. Ferner sei die Versorgungslage der deutsch-italienischen Truppe keineswegs so gesichert, daß man ein derartiges Unternehmen und die daraus entspringenden Folgen verantworten könne. Er verlangte, daß ich die Operation einstelle. Weitere Bewegungen sollten nur mit seiner ausdrücklichen Genehmigung erfolgen. Ich wollte mir von Anfang an möglichst große operative und taktische Freiheit erkämpfen und dachte im übrigen gar nicht daran, die sich bietende günstige Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen. Es kam so zu einer ziemlich heftigen Auseinandersetzung, bei der ich mit aller Deutlichkeit meinen Standpunkt darlegte. General Gariboldi wollte zunächst die Genehmigung der römischen Befehlsstellen einholen, doch darüber konnten Tage vergehen. Ich ließ mich nicht darauf ein und sagte, daß ich weiterhin das tun werde, was ich in der gegebenen Situation für richtig halten müsse. Nun war die Auseinandersetzung auf ihrem Höhepunkt angelangt. Wie ein rettender Engel flatterte ein Funkspruch des Oberkommandos der Wehrmacht in meinem Gefechtsstand, in dem mir völlige Handlungsfreiheit gegeben wurde, und die sehr erregte Auseinandersetzung fand einen Abschluß, der durchaus in meinem Sinne lag. In der Nacht vom 3. zum 4. April fuhr Freiherr von Wechmar mit seiner Abteilung unter großem Jubel der Bevölkerung in Bengasi ein. Die Briten hatten alle Vorräte in Brand gesteckt. Am frühen Morgen begann eine Kampfgruppe der Brescia in Regimentsstärke den Marsch auf Bengasi, um dort die Aufklärungsabteilung III für weitere Operationen freizumachen. Die V. leichte Division sollte in ihrer Masse über Ben-Ganina vorrücken. Die Ariete bekam den Befehl, auf der gleichen Strecke bis Bir-Tengeder vorzustoßen, dort nach Norden abzubiegen und el Mechili zu nehmen. Schnelligkeit der Operationen war nun alles. Wir wollten auf jeden Fall noch Teile der britischen Streitkräfte stellen, bevor sich diese völlig aus der Cyrenaica zurückgezogen hatten. Nachdem ich ah Nachmittag des 4. April mit dem Chef des Stabes und Aldinger in Bengasi gewesen war und die durch eine Panzerkompanie verstärkte Aufklärungsabteilung über Regima-Cherruba auf Mechili angesetzt hatte, flog ich am Nachmittag über Ben-Ganina in Richtung Tengeder. Auf der Piste wälzten sich meine Kolonnen nach Osten, große Staubwolken aufwirbelnd. Die Vorausabteilung glaubte ich 20 Kilometer ostwärts von Ganina zu erkennen. Am Abend dieses Tages sah es beim Gegner etwa folgendermaßen aus: Kleine Gruppen des Feindes befanden sich ostwärts von Ben-Ganina, während andere britische Kräfte Msus besetzt hielten. Die Aufklärungsabteilung war in den Abendstunden bei Regima auf einen schwächeren Gegner gestoßen und hatte ihn zurückgeworfen. Die Masse der Briten flutete zurück, sie räumten die Cyrenaica.“

Die Einnahme von Paris im Jahre 1940 (Der Fall Rot)

Vor allen Dingen muß ein Fürst in jeder seiner Handlungen den Ruf des Großen und Hervorstechenden suchen. Noch erweckt es große Hochachtung gegen einen Fürsten, wenn er sich als einen ernstlichen Freund oder Feind beweist: das ist, wenn er ohne alle Bedenklichkeit entschiedene Partei nimmt; dies bringt stets mehr Ruhm, als neutral zu bleiben.“

Lesen wir im Buch vom Fürsten und so war es vom Duce nicht sonderlich klug, England und Gallien nicht umgehend den Krieg zu erklären als diese seinem Verbündeten Deutschland den Krieg erklärt haben. Stattdessen wartete er ab, bis sich das Kriegsglück gegen die Gallier und Engländer erklärt hatte und griff dann Gallien an. Im schwierigen Gelände und wegen der unzulänglichen Ausrüstung konnten die italienischen Truppen nicht allzuviel gegen die Gallier ausrichten. Anders hätte es freilich ausgesehen, wenn der italienische Angriff zeitgleich mit der Eröffnung unseres Angriffs im Westen erfolgt wäre. Dann wären nämlich bedeutende gallische Kräfte im Süden gebunden worden. Dank Mansteins Sichelschnitt, Guderians Panzerlehren und der Feldherrenkunst Rundstedts, Bocks und Leebs fiel Gallien dennoch innerhalb von sechs Wochen fiel. Heute wurde Paris erstürmt und damit stürzte 1940 auch schon die gallische Volksfrontregierung. Den Angriff gibt es in der italienischen Wochenschau zu sehen (was mal wieder Gelegenheit zur Auffrischung der Italienisch-Kenntnisse bietet, damit ihr nicht nur Spagetti und Pizza auf Italienisch sagen könnte): https://www.youtube.com/watch?v=qt9SfLHd2sU Beim Feldmarschall von Manstein geht nun dessen Sturmmarsch zur Loire zu Ende:

„Bei der anderen Brückenstelle Chalonnes lagen die Dinge einfacher, da sich der Strom hier in drei Arme teilte. Die Brücken über die beiden nördlichen Arme waren unzerstört in unsere Hand gefallen, so daß nur der letzte Arm in 160 Meter Breite überbrückt werden mußte. Hier erlebte ich ein eigenartiges Duell. Am Morgen hatten sich französische Soldaten am jenseitigen Ufer nur unbewaffnet gezeigt. Im Laufe des Nachmittags aber erschienen vor den beiden Brückenstellen schwere feindliche Panzer. Sie hatten durch die über den Fluß vorgeschobenen Kräfte nicht gehalten werden können, da noch keine Möglichkeit bestand, Geschütze oder Flak über den Strom zu bringen. So erlebte ich an der Brückenstelle bei Chalonnes, wie zu gleicher Zeit auf unserer Seite eine 8,8cm-Flak, auf der anderen Seite ein schwerer Panzer in Stellung gingen und beide zugleich das Feuer eröffneten. Leider wurde unser Flakgeschütz sofort zusammengeschossen. Im gleichen Augenblick aber erschien ein leichtes Pakgeschütz, das mit einem Glückstreffer auf die einzig schwache Stelle der Frontseite des feindlichen 32 Tonnen Panzers, diesen in Brand schoß. Am Abend nahm ich in dem nahe Chalonnes gelegenen Schloß Serrant Quartier. Ein Riesen-Prunkbau, der, von wuchtigen Türmen flankiert, in Hufeisenform einen Ehrenhof umgab. Ringsherum floß ein Wallgraben. Das Schloß gehörte dem Duc de la Tremoille, Prince de Tarent. Einer der ersten Namen des alten Frankreich. Den letzteren Titel hatten die Herzöge etwa um 1500 erheiratet als Erbfolgerecht der Anjou in Neapel. Sie waren dort jedoch nicht auf den Thron gelangt, dessen sich vielmehr Ferdinand der Katholische bemächtigte. Ein Tremoille hatte mit Bayard zusammen als einziger den Titel eines Ritters „Sans peur et sans reproche“ inne. Das Schloß barg, insbesondere in der wundervollen Bibliothek, eine Fülle von geschichtlichen Erinnerungen, auch aus der Zeit, in der seine Besitzer Anhänger der Stuarts gewesen waren. Das ganze untere Geschoß war allerdings unzugänglich, weil man hier – wie in anderen Schlössern – die Möbel des Königsschlosses von Versailles abgestellt hatte. Ich selbst bewohnte eines der Turmzimmer im Oberstock, das ganz als Salon für ein „grand lever“ eingerichtet war, mit Prunkbett unter einem acht Meter hohen Betthimmel. Daneben befand sich ein ebenso prunkvolles Ankleidezimmer mit wunderbarer Kassettendecke in einem Tonnengewölbe. Das Schloß, dessen Fronten mit weißem Sandstein bekleidet, während die vier dicken Türme aus Feldsteinen erbaut waren, lag in einem riesigen Park. Ein prachtvoller Treppenaufgang mit gewölbter Renaissancedecke führte zu den Sälen des ersten Stocks, die zum Teil wundervoll getäfelt waren und Bilder sowie schönste Gobelins enthielten. Es verstand sich von selbst, daß – wie in allen unseren Quartieren – das fremde Eigentum geachtet und auf das Sorgfältigste geschont wurde. Bis zum 22. Juni war es uns gelungen, die VI. und XXVII. Division auf das Südufer der Loire zu bringen. Vorausabteilungen stießen noch etwas weiter vor. Unzählige französische Soldaten ergaben sich ihnen. Am 23. Juni erhielten wir die Nachricht, daß tags zuvor der Waffenstillstand in Compiegne abgeschlossen worden sei. Der Feldzug in Frankreich war zu Ende. In einem Korpstagesbefehl konnte ich den mir unterstellten Divisionen, die „kein Panzer geschützt, kein Motor vorwärts getragen habe“, für ihre Hingabe, ihre Leistungen danken. Sie hatten aus einer erfolgreichen Angriffsschlacht heraus eine Verfolgung über 500 Kilometer ermöglicht, die in Wahrheit den Namen „Sturmmarsch zur Loire“ tragen konnte! „Das Rad hatte sich einmal gedreht.“ Von Compiegne 1918 bis Compiegne 1940 aber war es ein langer Weg gewesen. Wohin würde er uns weiter führen?“

Richard Strauss

Kluge Fürsten fördern große Künstler wie unseren Tondichter Richard Strauss und so gehe ich mit gutem Beispiel voran und schließe mich seiner heutigen Geburtstagsfeier an. Denn 1864 erblickte unser alter Meister in München das Licht der Erdenwelt. Niemand geringeren als unseren Richard Wagner nahm er sich zum Vorbild und wurde schon sehr bald als Tondichter selbst beliebt und berühmt. Seine Herzensdame Pauline de Ahne ehelichte er 1894 und zeugte mit ihr den Sohn Franz. Im Laufe seines Lebens brachte er es auf 250 Tondichtungen, worunter sich Opern, Kammermusik, Vertonungen, Lieder und Konzerte befinden. Wie üblich soll ein Werk unseres Tondichters zur Feier seines Geburtstags zum Besten gegeben werden. Unseren Furtwängler lasse ich die Tondichtung zum Schwerenöter Don Juan von unserem Strauss aufspielen: https://www.youtube.com/watch?v=lXQl_Hx2Ue4

Kaiser Friedrich I. genannt Rotbart

Unser alter Kaiser Friedrich Rotbart war ein Fürst wie er im Buche vom Fürsten geschrieben steht. Stets führte er seine Heere selbst und scheute sich auch nicht unbotmäßige Untertanen wie Heinrich den Löwen zu bestrafen, wenn es sich nicht vermeiden ließ. Im Jahre 1190 ist er heimgegangen, auf einem Kreuzzug gegen das Morgenland. Den deutschen Thron bestieg er 1152 und erlangte schon 1155 die römische Kaiserwürde. Mehr als die meisten deutschen Herrscher des Mittelalters kümmerte er sich um Italien, wo er seiner Herrschaft ungewohnten Nachdruck zu verleihen suchte. Dadurch geriet er sowohl mit den mächtigen lombardischen Städten um Mailand als auch mit dem Papsttum aneinander, denen er zwar manche Niederlage beibringen, aber sie nicht endgültig niederwerfen konnte. Als mustergültiger Fürst hat unser Kaiser Rotbart natürlich auch geheiratet und zwar 1156 die reiche Erbin Beatrix von Burgund, die ihm fünf Söhne (Friedrich, Heinrich, Otto, Konrad und Philipp) schenkte. Daher folgten ihm seine Söhne Heinrich und Philipp auf den deutschen Thron nach. Haydns Kaiserquartett sollte bei unserer Gedenkfeier für unseren Kaiser Rotbart auch nicht fehlen: https://www.youtube.com/watch?v=Gp67GkY8x1w Ich könnte nun sage, daß in der Geschichte von Florenz alles wichtige geschrieben steht, was man über unseren Kaiser Rotbart wissen muß, lese aber doch lieber beim Otto von Freising weiter. Tortona streckt nun die Waffen und wird dem Erdboden gleichgemacht, anschließend wird der Sieg in der alten Langobardenhauptstadt Pavia gefeiert:

„Als der König dies erfuhr, fühlte er im Innern zwar sein Herz zum Mitleid geneigt, aber um den Verdacht der Schwäche zu vermeiden, beharrte er nach außen hin standhaft auf seiner bisherigen Strenge und befahl jenen, in die Burg zurückzukehren. Er bemitleidete zwar das schlimme Los des Klerus, aber er freute sich über das Schicksal des hochmütigen Volkes, das, wie er aus diesen Anzeichen erkannte, fast ohne Hoffnung und der Verzweiflung nahe war. Die Stadtbewohner aber stellten sich, als seien sie durch so viel Mißgeschick noch nicht besiegt, und bauten während der vier Tage, während deren, wie wir berichtet haben, der König aus Ehrfurcht vor dem christlichen Kult Frieden gewährt hatte, eine Schleudermaschine ohne Wissen des Königs, der vielmehr glaubte, sie hielten die ihnen gewährte Waffenruhe. Nach Ablauf der vier Tage wurden die Stadtbewohner wieder mit Maschinen beschossen. Jene wehrten mit ihrem Geschütz, das sie gebaut hatten, den Angriff des Geschützes, eines, das sie besonders gefährdete, zerschlugen und zerschmetterten sie auch. Dieses wurde aber sofort wieder instand gesetzt und bedrängte sie nun noch stärker als bisher. Infolge der Erschöpfung durch so viele Angriffe und gebrochen vor allem durch den Durst, packte die Tortonesen äußerste Verzweiflung, und sie verhandelten m endlich über die Auslieferung der Bug unter den Schutzbedingungen der Unterwerfung. In der dritten Woche nach dem Osterfest im Monat April wurde die Stadt zuerst der Plünderung ausgesetzt und dann der Vernichtung und den Flammen preisgegeben, und nur den Einwohnern wurden durch das Erbarmen und die Milde des Königs Leben und Freiheit geschenkt. Dabei wurde ein vornehmer Grieche aus der schweren Gefangenschaft, in der er gehalten worden war, befreit, den Opizio mit dem Beinamen Malaspina, um Geld von ihm zu erpressen, in schurkischer Weise gefangengenommen und in der Burg in hartem Kerker eingeschlossen gehalten hatte. Da sah man die unglücklichen Stadtbewohner, nachdem ihnen Sicherheit gewährt war, nun aus der elenden Behausung der eingeschlossenen Burg in die freie Luft treten; leichenblaß, als ob sie aus den Gräbern hervorkämen, machten sie an sich selbst das Wort anschaulich, das da sagt, das Schlimmste von allem sei, durch eine Belagerung eingeschlossen zu werden. Nachdem der Sieg errungen war, wurde der König von den Pavesen in ihre Stadt eingeladen, wo sie für ihn ein Siegesfest veranstalten wollten ; dort ging er an dem Sonntag, an dem man Jubilate singt, in der Kirche des heiligen Michael, bei der die alte Pfalz der Langobardenkönige gestanden hatte, unter dem lauten Jubel der Bürger unter der Krone. Unter lauten Freudenbezeugungen der Stadt und auf ihre Kosten verweilte er drei Tage und marschierte dann von dort über Piacenza weiter und feierte Pfingsten bei Bologna; dann überschritt er den Apennin und zog durch das diesseitige Italien, das man jetzt gewöhnlich Tuscien nennt. Dort begegnete er den Pisanern, mächtigen Männern auf den Inseln und in den Ländern jenseits des Meeres, und trug ihnen au£, Schiffe gegen Wilhelm von Sizilien auszurüsten. Um dieselbe Zeit kehrte Bischof Anselm von Havelberg aus Griechenland zurück und erhielt auf Grund der Wahl von Klerus und Volk vom König das Erzbistum Ravenna und zugleich den Exarchat dieser Provinz als großartigen Dank für seine Mühe.“

Robert Schumann

Der Geburtstag von unserem großen deutschen Tondichter Robert Schumann wird heute gefeiert. Im sächsischen Zwickau wurde dieser 1810 geboren. Er führte ein unstetes Künstlerleben und fand keine wirkliche feste Anstellung. Dank seiner Ehe mit der Meisterklavierspielerin Clara Wieck hatte er jedoch dennoch sein Auskommen und dank seiner Clara wurde seine Musik doch noch berühmt und beliebt. Unseren Tondichter lasse ich die Ouvertüre zu Goethes Hermann und Dorothea aufspielen: https://www.youtube.com/watch?v=LPAy5mekt_o Da uns der Musikgelehrte Wilhelm Joseph von Wasielewski eine kleine Lebensbeschreibung über unseren Robert Schumann geschrieben hat, sollte diese bei unserer kleinen Geburtstagsfeier für unseren Tondichter nicht fehlen. Ein weiteres Stück daraus steuere daher auch ich bei: http://www.zeno.org/Musik/M/Wasielewski,+Wilhelm+Joseph+von/Robert+Schumann

Von den bereits in das Jahr 1829 fallenden Kompositionsanläufen sind speziell anzuführen: Symphonieanfänge, dann kürzere Stücke für Klavier, darunter einige in den Papillons später gedruckte, namentlich Nr. 1, 3, 4, 6 und 8, und endlich Etüden für Klavier, erfunden zur Ausbildung und Erweiterung der eigenen Technik. Die erste Hälfte des Jahres 1830 war schon ergiebiger. Es entstanden in derselben: Anfänge eines Klavierkonzertes in F-dur, Variationen über den Namen Abegg und Tokkata in D-dur. Die Abeggvariationen, welche im November des Jahres 1831 als opus 1 im Druck erschienen, verdanken ihre Entstehung zunächst der in Mannheim auf einem Balle gemachten Bekanntschaft mit Meta Abegg, der schönen Tochter eines damaligen in genannter Stadt hochgestellten Beamten. Sie war nach Schumanns eigenen Äußerungen die Verehrte eines seiner Freunde, und somit eine größere Bedeutsamkeit, wie man vielfach vermutet hat, in der ganzen Sache nicht zu suchen. Nächst der Aufmerksamkeit für den Freund, die Schöne in einer Komposition zu feiern, wird es zumeist die musikalische Behandlungsfähigkeit des Namens Abegg gewesen sein, die ihm eine Einkleidung desselben in Töne interessant machte. Dem Thema liegen die Noten a b e g g, folgende wohlklingende melodische Figur zeigend: zu Grunde, welche gleichmäßig fortgesetzt, doch allmählich fallend, in vierfacher Gliederung den ersten Teil des Themas bildet. Im zweiten Teil folgt dann eine Umkehrung der vorstehenden Figur. Die Variationen selbst, von denen nicht alle veröffentlicht wurden, sind, obwohl ungewöhnlicher Art, doch ohne sonderliche musikalische Bedeutung. Im Grunde können sie nur als dilettantische Produkte einer überaus begabten Natur gelten, und man würde bei der damaligen theoretischen Unwissenheit Schumanns Unrecht tun, mehr zu verlangen. Als hervorstechendster Mangel derselben macht sich die unzureichende Beherrschung des Stofflichen – der größte Feind des Genusses – geltend. Die Dedikation desselben an die „Comtesse Pauline von Abegg“ ist fingiert, wie schon aus dem Gesagten hervorgeht. Da Schumann Gründe hatte, seine Komposition nicht derjenigen zu widmen, welche zu ihrer Entstehung Veranlassung gab, so bediente er sich dieser gemachten Zueignung, um gewissermaßen die Herausgabe einer unverkennbaren Gelegenheitskomposition zu motivieren. Über die Tokkata, welche später vor ihrer Veröffentlichung eine völlige Umänderung erfuhr, weiterhin. – Ostern 1830 nahte heran und mit diesem Frühlingsfest die Zeit, zu der Schumann Heidelberg nach einjährigem Aufenthalt verlassen sollte, um in Leipzig seine juristischen Studien zu vollenden. Ein böses Dilemma, das offenbar einen heftigen innern Kampf erzeugen mußte; denn wie sollte Schumann daheim bestehen, wie Rechenschaft ablegen über seine Berufsstudien, von denen er keine Notiz genommen, während sein Talent ihn mit immer stärkerer Macht ins Kunsttreiben drängte? Dazu das Bewußtsein von der entschiedenen Abneigung seiner Mutter gegen die Künstlerlaufbahn! Ist es nicht erklärlich und natürlich, daß Schumann unter solchen Umständen die Heimkehr scheute und hinauszuschieben suchte? Was da werden sollte, war ihm freilich selbst noch nicht recht klar. Der innere Gährungsprozess wollte gründlich durchgemacht sein, und dazu bedurfte es nach dem alten Sprichwort: „Zeit gewonnen, Alles gewonnen“ eine Frist.“

Die Schlacht von Dünkirchen

Die Engländer haben wirklich einen Waffel. Ihr Versuch, die Flucht ihres Heeres bei Dünkirchen als einen Sieg zu feiern, ist einfach nur noch lächerlich. https://www.youtube.com/watch?v=ZPR5vZ7Zeqo Wenn man von einem Heer von 1,2 Millionen Mann kaum ein Viertel retten kann und dabei auch noch dessen Waffen und Ausrüstung zurücklassen muß, dann kann man dies nie und nimmer einen Sieg nennen. Sonst könnten ja gleich die Römer ihre schwere Niederlage bei Cannä auch eine Sieg nennen, weil von ihren 80,000 Legionären, die sie dorthin geschickt haben, dem Hannibal ungefähr 10,000 Stück entkommen sind. Eingebrockt hat den Engländern ihre Niederlage bei Dünkirchen unser Feldmarschall Erich von Manstein. Dieser heckte nämlich den Sichelschnittplan aus. Den dann unser Feldmarschall Gerd von Rundstedt mit seiner Heeresgruppe A, unser Feldmarschall Fedor von Bock mit seiner Heeresgruppe B und natürlich unser Generaloberst Heinz Guderian mit seinen Panzerkampfwagen verwirklicht haben. Beim Vorstoß zum Kanal trifft unser Generaloberst Guderian nun zunehmend auf Engländer: https://archive.org/details/heinz-guderian-erinnerungen-eines-soldaten-1960

„Als ich am 20. 5. um 8.45 Uhr am nördlichen Vorstadtrand von Amiens eintraf, war die I. Panzerdivision gerade im Begriff, zum Angriff anzutreten. Auf dem Wege dorthin hatte ich mich in Peronne von der Anwesenheit der X. Panzerdivision überzeugt und dabei eine drastische Schilderung der Ablösung der I. Panzerdivision erhalten. Die Brückenkopfbesatzung der I. Panzerdivision war nämlich abgerückt, ohne das Eintreffen der Ablösung abzuwarten, weil der befehligende Oberstleutnant Balde den Zeitpunkt des Angriffs auf Amiens, den er für wichtiger hielt, als das Hüten des Brückenkopfes, nicht verpassen wollte. Sein Nachfolger, Oberst Landgraf, war sehr entrüstet über diesen Leichtsinn und über Baldes Antwort auf seine Vorwürfe: „Nehmen Sie den Brückenkopf doch wieder. Ich habe ihn ja auch erobern müssen!“ Der Gegner ließ Landgraf zum Glück Zeit, das geräumte Gelände kampflos wieder zu besetzen. Ich umging das vom Feinde noch besetzte Albert südlich und fuhr an unzähligen Flüchtlingskolonnen vorbei nach Amiens. Der Angriff der I. Panzerdivision kam gut vorwärts, und gegen Mittag war die Stadt und ein etwa sieben Kilometer tiefer Brückenkopf in unserer Hand. Ich nahm das besetzte Gelände und die Stadt, insbesondere die herrliche Kathedrale, kurz in Augenschein und begab mich schleunigst auf den Weg nach Albert, wo ich die II. Panzerdivision vermutete. Hierbei fuhr ich dem Strom meiner vormarschierenden Truppe, den Flüchtlingen und – einer Reihe feindlicher Fahrzeuge entgegen, welche sich in dem dichten Staub unbemerkt in die deutsche Marschkolonne eingegliedert hatten und hofften, auf diese Weise doch noch Paris zu erreichen und der Gefangenschaft zu entgehen. Ich hatte in kurzer Zeit 15 Engländer gefangen. In Albert traf ich General Veiel. Die II. Panzerdivision hatte eine englische Batterie auf dem Exerzierplatz gefangen, die nur mit Manöverkartuschen ausgerüstet war, weil niemand an diesem Tage mit unserem Erscheinen gerechnet hatte. Gefangene aller Völker belebten den Markt und die Straßen. Die Bedenken der II. Panzerdivision, wegen Betriebsstoffknappheit den Marsch fortzusetzen, waren bald zerstreut. Sie erhielt den Befehl, noch heute Abbeville zu erreichen und hat dieses Ziel auch über Doullens – Bernaville – Beaumetz – Saint Riquier gegen 19 Uhr erreicht. Allerdings wurde sie dort durch einen Bombenangriff eigener Flieger zeitweise in eine ungemütliche Lage gebracht. Nachdem ich noch den Kommandeur der II. Panzerbrigade, den rührigen Oberst von Prittwitz aufgesucht hatte, um sicher zu gehen, daß er auf Abbeville anträte, begab ich mich nach Querrieu, nordostwärts Amiens, in das dorthin verlegte Korpshauptquartier. Hier wurden wir von unseren Fliegern angegriffen. Das war ein so unfreundlicher Akt, daß unsere gute Flak wieder schoß und einen der unaufmerksamen Vögel herunterholte. Die beiden Insassen sprangen mit Fallschirm ab und sahen sich zu ihrer unangenehmen Überraschung bald darauf mir gegenüber. Nachdem der erste peinliche Teil der Unterhaltung vorüber war, stärkte ich die jungen Leute durch ein Glas Sekt. Leider hatten sie mir eine gerade neu eingetroffene Aufklärungsmaschine am Boden zerstört. Noch in dieser Nacht erreichte das Bataillon Spitta der II. Panzerdivision als erste deutsche Truppe über Noyelles den Atlantik. Wir wußten am Abend dieses denkwürdigen Tages nicht, in welcher Richtung wir die Bewegungen fortsetzen sollten; auch die Panzergruppe von Kleist hatte noch keinen Befehl über die Weiterführung der Operationen. Der 21. 5. ging also mit Warten auf Befehle verloren. Ich benutzte ihn, um mir die Besetzung der Somme-Übergänge und Brückenköpfe anzusehen und Abbeville zu besuchen. Unterwegs fragte ich meine Männer, wie ihnen die bisherigen Operationen gefallen hätten. „Ganz gut“, antwortete ein Österreicher der II. Panzerdivision, „aber zwei Tage haben wir vertrödelt“. Leider hatte er recht.“